Jetzt kriegt der BMI sein Fett weg
02. Februar 2009Schon seit unzähligen Jahren wird der BMI (Body-Mass-Index), auf Deutsch Körper-Masse-Index, zur Bewertung der politisch korrekten Leibesfülle herangezogen. Selbst Gesundheitsexperten verwenden immer wieder den BMI, um etwaige Gesundheitsgefährdungen ihrer Klienten festzustellen.
In Deutschland wird mit dem BMI sogar darüber entschieden, ob ein Lehramtsanwärter verbeamtet oder abgelehnt wird.
Dabei könnte jeder halbwegs vernünftige Mensch, mit ein bisschen Hausverstand ganz einfach die Unzulänglichkeit dieses Bewertungsmassstabes entlarven.
Einfach Körpergrösse und Gewicht eines Menschen ins Verhältnis setzen, und schon weiss man, wie fett dieser Mensch ist. So einfach ist das scheinbar.
Genauso gut könnte man vom Umfang des Kopfes und seinem Gewicht auf die Intelligenz schliessen.
Dem BMI zufolge wären beinahe alle durchtrainierten Sportler, vor allem Kraftsportler, viel zu fett und müssten eigentlich sofort, bei Wasser und Brot, in die Abmagerungsklinik.
Der BMI berücksichtigt überhaupt nicht, dass ein vollkommen gesunder Mensch, der aufgrund von Sport oder Veranlagung eine recht hohe Muskelmasse hat, relativ schwer ist. Und das, obwohl er topfit und gesund ist.
Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC hat das wohl schon bemerkt und meldet, dass der BMI nicht allein als diagnostischer Wert angesehen werden sollte, sondern nur in Verbindung mit anderen Risikofaktoren.
Das heisst, vom BMI auf die Gesundheit oder den Fettgehalt eines Menschen zu schliessen, ist Humbug.
Interessant ist auch, wie diese schwachsinnige Idee des BMI überhaupt entstand. Versicherungsvertreter nahmen vor vielen Jahren die Daten von Klienten, die sie hatten (Geburtsjahr, Grösse, Gewicht) und verglichen sie mit dem Sterbedatum des Versicherungsnehmers.
Vollkommen willkürlich nahmen sie die Werte derjenigen, die am längsten lebten und erhoben sie zum Massstab für Gesundheit.
Den Versicherungsgesellschaften zur Freude wird diese grossartige Marketingidee der findigen Versicherungsvertreter heute immer noch in grossem Stile angewandt. Und das gesellschaftlich und politisch abgesegnet.
Lassen Sie sich nicht so verrückt machen, von diesen Normwerten, die für jeden Menschen gleiche Gültigkeit haben sollen.
Ein BMI von 25 ist noch lange kein Grund zur Trauer.
Carsten Kammerer, Hypnocoach